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Mittwoch, 9. Dezember 2009

Ghost Rider

Es geht aufwärts mit der Wirtschaft – überall neue Stellen. Man muss nur die Augen offen halten und ... nun ja, seine Seele verkaufen. Aber das machen Banker, Politiker und wahrscheinlich sogar Tante Emma genauso. Aktuell gesucht wird ein Ghostwriter, der es schafft eine eigentlich ziemlich simple Geschichte ebenso zu präsentieren, ohne jede Kleinigkeit aufzublasen als wär’s die Wiedergeburt von Jesus. Was nicht sein kann, denn der ist ja tot. Hat ihn am Ende der Ghostrider geholt? Oder doch des Teufels Sohn, der mit seinem World of Warcraft-Decknamen „Blackheart“ die Welt unsicher macht? Seltsamerweise kann er von seinem Vater nicht zurück in die Hölle geprügelt werden – dafür ist anscheinend der Ghost Rider da. Und die heiligen drei Könige aka Charles Dickens Weihnachtsgeister aka Wind, Wasser, Erde mischen ebenso mit. Leider ist deren Wirkung mit „gering“ noch ziemlich übertrieben bezeichnet. Ohne Myrrhe, Weihrauch und dergleichen sind sie für den GR nur Dreck unter seinen Bikerboots.




Da hat Nicolas Cage gut lachen, er hat außer seinem Gesicht eh nicht mehr viel zu verlieren, wenn man der Presse glauben schenken mag. Aber darauf kommt’s am Ende an ... den Glaube. Glaube ich daran hier einen guten Film gesehen zu haben? Nein. Glauben andere daran? Bestimmt! Wieso? Weil Bibelsprüche cool sind. „Mein Name ist Legion, denn wir sind viele.“ Hammer Satz, musste erst lachen, bis die Suchmaschine mit G mich darüber aufklärte, dass der Spruch in leicht abgewandelter Form wirklich so in der Bibel steht. Der komplette Film hat wie dieser Satz etwas leicht Trashiges an sich, obwohl die Kiste vom Rider schön glänzt und poliert wurde. Daraus entsteht ein gewisser Charme und wenn der Rider zusammen mit dem Marlboro-Mann gen Westen reitet, geht einem das Herz auf. Ich hätte mir am Ende etwas Düsteres gewünscht, ähnlich dem sehr gelungenen Constantine mit bedrohlicheren Gegnern und ‚ne Spur härter. Dann klappt’s auch mit dem brennenden Asphalt. In der Form bleibt ist der Ghost Rider nichts Halbes und nichts Ganzes, kann mir aber vorstellen dass die Fortsetzung durchaus etwas werden könnte.

5/10

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Sonntag, 20. Juli 2008

Der unglaubliche Hulk

Nachdem er bei einem biochemischen Experiment so stark verstrahlt wurde, dass er sich, wann immer er gereizt oder wütend wird, in das grüne Monstrum Hulk verwandelt, lebt der Wissenschaftler Bruce Banner ein zurückgezogenes Leben im brasilianischen Exil. Dorthin hat es ihn auf der Flucht vor dem Militärgeneral Ross verschlagen, der – noch immer auf der Jagd nach Banner – alles unternimmt, um den ehemaligen Freund seiner Tochter Betty für seine Zwecke zu missbrauchen. Auf der Flucht vor dem Militär und dem ehrgeizigen Soldaten Blonsky sucht er Zuflucht bei Betty, die ihm dabei hilft, die unfreiwilligen Superkräfte zu kontrollieren. Doch er ahnt nicht, dass er diese noch einmal gebrauchen kann – denn Blonsky hat sich Banners einstige Formel zueigen gemacht und ist zur Kampfbestie Abomination mutiert.


Was ist grün und klopft an die Tür? - Ein Klopfsalat
Was ist grün und ein Schlägertyp? - Ein Boxbaum.
Was ist groß, grün und stammt aus Afrika? - Ein Flaschenfant
Was ist groß, grün und hat etwas gegen solche Anti-Witze? – Der Hulk.

Haha – Humor ist wenn man trotzdem lacht, sagt der Volksmund. In diesem Fall lacht hingegen kaum einer, sondern beschwert sich über die Schnitt-Politik von Concorde, die ihrerseits behaupten nur auf wohlwollende Reaktionen gestoßen zu sein. Ja, da ist sie wieder...die Sache mit dem Humorverständnis.

Lassen wir diese Diskussion mal beiseite, denn ich kam glücklicherweise in den Genuss der ungeschnittenen 16er-Fassung. Wie bei allen Marvel-Filmen flimmerte ein interessanter und nett gemachter Vorspann über die Leinwand, der die Entstehungsgeschichte des Hulk in knapp zwei Minuten abhandelt. Danach wird sehr behutsam das Finale aufgebaut. Vorher wird viel geredet, der Standardkram halt, ohne tiefer in die Materie einzudringen. Eigentlich ein sehr undankbares Drehbuch für solche Schauspielgrößen. Sie werden gezwungen nie zuviel zu zeigen, so wurden die Rollen angelegt. William Hurt als General bekommt den "Wütend"-Blick zugeschoben, Blonsky aka Abomination eine Abwandlung davon - den "Ständig angepisst"-Blick. Liv Tyler sieht unheimlich bezaubernd aus - darf aber ständig nur besorgt blicken. Einzig und allein Edward Norton darf mal mehr als die paar Grundblicke zeigen und spielt sehr ordentlich.

Erstaunlich wie behutsam man mit dem Hulk und seiner Zerstörungskraft umgegangen ist. Die drei Actionszenen mit ihm steigern sich nur langsam in ihrer Intensität, zu Beginn ist der Hulk nicht mehr als ein nebliger Schatten. In der zweiten Sequenz ging es dann ordentlich ab (Kampfhubschrauer? Mag Hulk nicht...BOOM!) und mir gefiel diese sogar besser als der eher enttäuschende Endkampf. Hier fallen die Streitereien beim Schneiden des Filmes, die ihn schon lange vor Release plagten, deutlich auf. Selbst in der ungeschnittenen Fassung läuft der Film selten rund und offenbart, dass man einiges von den 70 Minuten Deleted Scenes in die Endfassung hätte stecken sollen. Stattdessen wird's wohl mindestens 3 DVD-Editionen geben etc...das mittlerweile übliche Spiel halt. Ungeachtet dessen waren die Effekte besser als erwartet - der Hulk wirkt wütender, reifer und einfach besser als die brave Version des Ang Lee-Films. Die Musik war zweckdienlich, nicht mehr und nicht weniger.

Am Ende lässt sich sagen, dass der Film recht ansehnlich ist, man den Nachgeschmack aufgrund dessen, was hätte werden können, aber nicht unterschätzen sollte.

5 Punkte + 1 Punkt Liv Tyler-Bonus = 6/10

Freitag, 2. Mai 2008

Iron Man

Der Großindustrielle und Erfinder Tony Stark weiß zu leben: Als Milliardär liegen ihm die Frauen zu Füßen, er feiert Partys im Privatjet und verspielt Riesensummen im Casino, während seine Rüstungsfirma unter Obadiah Stane Rekordumsätze erzielt. Bei einem Waffentestlauf in Afghanistan wird er jedoch Opfer eines Bombenanschlags. Stark überlebt schwer verletzt und wird von einer Gruppe Aufständischer unter Führung des Warlords Raza dazu gezwungen, eine Superwaffe zu entwickeln. Es gelingt ihm jedoch, heimlich eine eiserne Schutzrüstung zu bauen, die ihn dank neuster Technologie zu Superkräften befähigt. Nach einer spektakulären Flucht zurück in die USA muss sich der Iron Man allerdings einem ersten übermächtigen Gegner stellen.

Wie weit wir sozial entwickelt sind kann man daran erkennen, dass sich jeder Mann wünscht so wie Tony Stark zu sein. Da klopfen wir uns alle auf die Brust, hauen den Konkurrenten was vor’n Latz, reißen coole, machohafte Sprüche....und sind stolz drauf. Am Ende zeigt man dass man trotzdem was im Laufe der Evolution dazu gelernt hat, setzt sich ins Kino und spielt den Rest nur im Kopf ab. Mann bleibt halt Mann. Man bleibt Tony Stark. Für 126 Minuten.

Dabei bietet der Film mehr Substanz als man zunächst annehmen mag und vorsichtig sollte man bei solchen Heldenentstehungsgeschichten eh sein. Da lässt man’s immer ruhig angehen, behält die Joker noch in der Hand und hofft das trotzdem alles gut geht. Für die große Leinwand braucht selbst ein Superheld im Anfangsstadium einen respektablen Gegner und hier krankt es heftig. Während Jeff Bridges als glatzköpfiger Obadiah eine hervorragende Performance abliefert, verkommt sein Eisenklotz am Ende zu einem Magneten der Langeweile. Dieser ist nicht nur eine billige, grobe Kopie des Iron Man, nein, der Bösewicht kann ihn noch nicht mal alleine zum Laufen kriegen. Dazu muss erst der Energiekern des Originals gestohlen werden – was den Auftritt des sogenannten Iron Monger noch schwächer macht als er sowieso schon ist. Der ist teilweise blöd geschnitten und recht kurz, dafür aber ansehnlich inszeniert (Iron Monger + Motorrad = Hau den Iron Man). Dafür sehen die wenigen Actionszenen klasse aus und man sieht ausnahmsweise mal wohin das ganze Geld geflossen ist. Aber kehren wir noch kurz zum Ausgangspunkt zurück: Tony Stark bzw. Robert Downey Jr.. Welche Pfeifen zweifelten an dessen Eignung? Ich wage zu behaupten dass niemand diese Rolle hätte besser meistern können, unabhängig von Downeys Vergangenheit. Jeff Bridges wurde weiter oben schon gebühren genannt. Fehlen nur noch Zwei. Zum einen die hier wirklich bezaubernde Gwyneth Paltrow als Starks Assistentin. Es war toll neben all diesen 08/15-Partytussen im Film mal eine bodenständige Frau zu erleben. Peinlich dass man ihr und Stark solche sentimentalen Szenen verabreichte und diese wie üblich mit schmalziger Musik unterlegte. Dann fehlt nur noch Terrence Howard...mit dessen Rolle ich mich erst nach dem Kinobesuch zufrieden geben konnte – genauer gesagt: Nachdem ich erfahren habe dass er mal „War Machine“ werden soll. Dadurch verstand ich auch die Anspielung am Ende des Filmes – ansonsten hätte ich ihn definitiv als langweilig und uninteressant abgestempelt. Somit wären alle wichtigen Komponenten abgehakt, die Bauteile des eisernen Mannes lasse ich jetzt trotz tragender Rolle einfach mal außen vor.

Am Ende bleibt ein guter Start in den Blockbuster-Sommer, der keine Bäume ausreißt, aber Lust auf mehr macht. Und mehr geht bei Comicverfilmungen ja immer – vor allem wenn nach dem Abspann die Rächer erwähnt werden. ;-)

7,5/10